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Übungsberichte

Rotterdam, 22.08.2011

Fortbildung für Atemschutzausbilder in Rotterdam


Jährlich organisiert der Fachbereichsleiter Atemschutz des Bezirksfeuerwehrverbandes, Rainer Englmeier eine Fortbildungsreise zum Rotterdamm International Safety Center in die Niederlande. Dieses Jahr hatte Manfred Kral als Atemschutzausbilder des Landkreises Berchtesgadener Land die Möglichkeit, an dieser Fortbildungsreise teilzunehmen.

Das Rotterdam International Safety Center (RISC) ist ein Trainings- und Übungszentrum für Feuerwehren in der niederländischen Stadt Rotterdam. Das Zentrum wurde 1986 gegründet und befindet sich auf einem etwa 46.000 Quadratmeter großen Gelände in der Nähe des Rotterdamer Hafens. Es wird jährlich von etwa 25.000 Feuerwehren aus der ganzen Welt genutzt, davon ca. 8.000 aus Deutschland.
Schwerpunkt der Trainingsmöglichkeiten ist die realitätsnahe Ausbildung in der Brandbekämpfung, wie beispielsweise bei Hausbränden, Bränden in Industrieanlagen oder bei Bahnunfällen. Monatlich werden im RISC ca. 80.000 Liter Benzin für die Simulation verschiedener Brände verbraucht.

Bei der diesjährigen, zweitägigen Fortbildung, wurden die Schwerpunkte auf den Bereich Innenangriff, Industriebrände und Flash-Over gelegt. Die 21 Teilnehmer konnten auch dieses Jahr wieder von sehr realitätsnahen Übungen und den Erfahrungen des Ausbildungsteams, welches von Dick Klopper geleitet wurde, profitieren.
Gleich zu Beginn der beiden Tage, wurden die Teilnehmer mit einigen Szenarien in der Containerwohnung konfrontiert. Hierzu wurden an einigen Stellen der Mehrstöckigen Übungsanlage Feststoffbrände gelegt und Holzpuppen, welche verletzte Personen darstellten, versteckt. Unmittelbar nach Betreten des Übungsobjektes konnte man den Unterschied zu den herkömmlichen Übungen erkennen. Die durch die Brände entstandene Hitze und der dichte, schwarze Rauch machte es den eingesetzten Atemschutztrupps schwer, die vermissten zu finden und die Brandbekämpfung durchzuführen. Die Trupps mussten mit äußerster Sorgfalt vorgehen, da die Wände und Türen der Übungsanlage teilweise sehr heiß waren. Der beim Löschen der Brände entstandene Wasserdampf und die Tatsache dass das ablöschen sehr Zeitintensiv war, belastete die Einsatzkräfte zusätzlich, da diese unter schwerem Atemschutz und Umgebungstemperaturen von teilweise über 200°C ihre Arbeit verrichten mussten.

In selbiger Übungsanlage wurde darauffolgend eine weitere Übungseinheit durchgeführt, diesmal wurde jedoch der gesamte Umfang der Containeranlage genutzt, wodurch das Übungsobjekt nun doppelt so groß als in vorheriger Übung war. Noch geschafft von erster Übung, kämpften sich die Teilnehmer erneut durch Hitze, schwarzen Rauch und Wasserdampf, retteten alle Vermissten und löschten innerhalb kürzester Zeit die vorhandenen Brände gezielt ab. Deutlich konnte man beim Vorgehen erkennen, dass die Übungskritik und die Tipps der vorangegangenen Übung in die Praxis umgesetzt wurden, wodurch die dargestellte Lage rasch unter Kontrolle war. Bei anschließender Übungsbesprechung wurden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorgehensweisen besprochen, wodurch die Teilnehmer von den verschiedenen Feuerwehren die Arbeitsweisen anderer Wehren kennenlernten.

Nach dem darauffolgenden Mittagessen folgte ein Praxisvortrag über Flüssiggasgefahren und deren Bekämpfung. Eindrucksvoll demonstrierte Dick Klopper das Brandverhalten ausströmenden Flüssiggases. Anschließend fror man das ausströmende Gas ein, wodurch sich dieses wie Eis am Boden sammelte. Eindrucksvoll war die darauf folgende Demonstration, in welcher man das betroffene Areal mit Leichtschaum bedeckte und das inzwischen auftauende Gas an der Schaumoberfläche entzündete. Weiterhin wurde das Vorgehen durch Zurückdrängen und Abschirmen von Gasbränden, sowie das explodieren von gasgefüllten Behältern unter Flammeneinwirkung gezeigt.

Nach dieser Verschnaufpause konnten die Teilnehmer das zuvor gelernte bei einem Gasbrand einer mehrstöckigen Industrieanlage unter Beweis stellen. Obwohl auch hier die Menschenrettung im Vordergrund stand, mussten die Kräfte den Brand, welcher sich über 4 Stockwerke ausdehnte unter Kontrolle bringen. Unter Zuhilfenahme mehrerer Wasserwerfer und Hohlstrahlrohre konnte die Lage letztendlich unter Kontrolle gebracht werden.

Ohne große Pause musste anschließend ein Brand einer zweistöckigen Industrieanlage bekämpft werden. Der hier auslaufende Treibstoff tropfte brennend in das untere Stockwerk, wo sich beim Eintreffen bereits ein Brand über die gesamte Etage gebildet hatte. Die Ausdehnung des Feuers im unteren Geschoss erschwerte die Menschenrettung im oberen Bereich der Anlage extrem. Trotz der sich schwierig darstellenden Situation, konnte die Menschenrettung zügig durchgeführt und sich im Umfeld befindliche Anlagenteile geschützt werden. Der Brand konnte anschließend, dank korrekter Taktik, mit vereinigten Kräften schnell gelöscht werden.

Der zweite Tag begann mit etwas Flash-Over –Theorieunterricht, in welcher Dick Klopper viele Details zu gefährlichen Situationen und Rauchgas-Durchzündung schilderte. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit diese Situationen persönlich mitzuerleben und die in der Theorie angesprochene Vorgehensweise zur Rauchgaskühlung in der Praxis zu erproben.

Am Nachmittag des letzten Übungstages war ein Wohnhaus- und Tiefgaragenbrand geplant. Aus mehreren Wohnungen des mehrstöckigen Gebäudes quoll dichter, schwarzer Rauch. Mehrere vermisste Personen machten ein rasches Vorgehen notwendig. Schnell meldete der erste Trupp die Rettung einer vermissten Person. Ein weiteres Absuchen des Gebäudes gestaltete sich jedoch schwierig, da dichter Rauch und große Hitze ein Vordringen in das Kellergeschoss erschwerten. Nach dem Öffnen der Brandraumtür war das ganze Ausmaß des Brandes zu erkennen. In der Tiefgarage brannten bereits zwei Fahrzeuge, ein ablöschen des Brandes war aufgrund der starken Hitzeentwicklung durch Wasserdampf nicht möglich. Trotzdem konnte jedoch eine weitere vermisste Person gerettet werden bevor die Brände vollständig gelöscht wurden.
Aufgrund der schwierigen Lage vorheriger Übung, wurde diese nun noch einmal in leicht abgeänderter Weise durchgeführt. Jetzt wurde beim Ablöschen der Brände in der Tiefgarage eine andere Taktik durchgeführt, welche sich in der Vergangenheit für derartige Situationen als sehr hilfreich erwies.

Trotz der verschiedenen Taktiken und dem hohen Maß an Erfahrung, welches die Teilnehmer mitbrachten, stellte sich jede einzelne Übung als eine Herausforderung dar. Die in allen Übungen entstandene Hitze durch reale Brände, der dichte Qualm und die nicht alltäglichen Übungsszenarien stellten eine große Bereicherung für die Teilnehmer dar, welche diese in den Ausbildungen nun an zukünftige Geräteträger weitergeben können.



Ausbildungsstätte: Falck Risc/BFV Oberbayern
Kontakt: www.bfv-obb.de

Bericht erstellt von: Manfred Kral
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