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Übungsberichte

Burghausen, 14.08.2004

Gefahrguttag


Die Werkfeuerwehr Wacker Chemie in Burghausen bietet freiwilligen Feuerwehren die Möglichkeit einer Gefahrgut-Fortbildung. Am 14.08.2004 hat die Feuerwehr Freilassing an einem solchen Fortbildungstag mit 20 Mann und drei Fahrzeugen (ELW, LF 16- TS und RW 2) teilgenommen.

Nach einer kurzen theoretischen Unterweisung zum Thema Gefahrgut durch Walter Niederbauer (WF Wacker Burghausen + FF Freilassing) folgten über den Tag verteilt drei Übungsszenarien, die es abzuarbeiten galt.

Szenario 1

Alarmmeldung:
Verkehrsunfall mit Gefahrguttransporter

Lage beim Eintreffen der Feuerwehr:
Ein Kleintransporter mit Gefahrgutkennzeichnung ist von der Straße abgekommen und gegen einen Holzstapel gestoßen. Zwei Personen befanden sich noch im Fahrzeug, das Gefahrgut (Mischladung) war im Laderaum verrutscht.

Maßnahmen:
Aus sicherer Entfernung erkundeten der Einsatzleiter mit den Gruppenführern die Lage. Als erste Maßnahme, wurde ein Trupp unter Atemschutz zur Personenrettung und genaueren Ersterkundung zum Unfallfahrzeug geschickt. Der Trupp konnte die beiden verletzten Personen ohne technische Hilfsmittel aus dem Fahrzeug befreien und an der Absperrgrenze dem Rettungsdienst zur Versorgung übergeben. Nach der Personenrettung wurde durch den Atemschutztrupp die Erkundung fortgesetzt und die Lage durchgegeben. Auf der Ladefläche des Kleintransporters befanden sich Gefahrgüter in verschiedene Gebinden und verschiedenen Aggregatszuständen. Ein flüssiges sowie ein pulvriges Gefahrgut waren aus beschädigten Transportverpackungen ausgetreten. Der Atemschutztrupp sicherte noch die Ladepapiere und begab sich zurück an die Absperrgrenze, wo er zum Dekontaminationsplatz geführt wurde.

Aufgrund der Rückmeldungen, die im Einsatzleitwagen mit Hilfe von Nachschlagewerken und TUIS-Anfragen ausgewertet wurden, entschloss sich der Einsatzleiter einen weiteren Trupp unter CSA zur genauen Lageerkundung an das Unfallfahrzeug geschickt. Der Trupp sortierte die unbeschädigten Verpackungen aus und sicherte die beschädigten Behältnisse gegen weiteren Stoffaustritt. Anschließend wurden vom CSA-Trupp nochmals die genauen Stoff- und Mengenangaben per Funk übermittelt.

An dieser Stelle wurde die Übung abgebrochen. Der weitere Einsatzverlauf wurde in der Theorie durchgesprochen. In verschließbaren Fässern wären die Gefahrgüter einzeln verpackt und eine entsprechende Entsorgungsfirma angefordert worden.

Szenario 2

Alarmmeldung:
Brandmeldeanlagenalarm in Gebäude

Lage bei Eintreffen der Feuerwehr:
Die Brandmeldeanlage des Gebäudes hat ausgelöst. Es handelte sich um eine Meldung aus dem Technikraum im Keller des Gebäudes. Der Hausmeister war vor Ort und händigte dem Einsatzleiter einen Plan des Gebäudes aus. Im betreffenden Raum befand sich eine CO2-Löschanlage.

Maßnahmen:
Ein Trupp unter Atemschutz wurde mit Kübelspritze und Leinensicherung zur Erkundung in den Keller des Gebäudes geschickt. Der Trupp bekam den Hinweis, an der eventuell vorhandenen Rauchgrenze eine Rückmeldung zu geben und zurückzukehren. Der Trupp konnte jedoch im Keller keine Verrauchung feststellen und bis zur Tür des Technikraumes vordringen. Das dort angebrachte Blinklicht war aktiviert und wies somit auf die erfolgte Auslösung der CO2-Löschanlage hin. Dies wurde dem Gruppenführer durchgegeben. Daraufhin wurde der Trupp zurückbeordert, um ein C-Rohr mit vorzunehmen und den Raum zu betreten. Im Raum selbst konnte dann weder Rauch, noch Feuer festgestellt werden. Auch war nicht ersichtlich, was gebrannt haben könnte. Somit wurden zunächst die umliegenden Räume abgesucht, was ebenfalls negativ verlief. Mittels eines CO2-Meßgerätes konnte anschließend jedoch eine erhöhte CO2-Konzentration im Technikraum festgestellt werden.

Daraufhin wurde der Einsatz abgebrochen. Weitere Maßnahmen wären in diesem Fall eine umfangreiche Belüftung des Raumes mit anschließender CO2-Meßung gewesen.

Sicherlich wird man sich jetzt fragen, was den nun wirklich die Übungsannahme bei diesem Übungseinsatz war. Letztendlich handelte es sich um eine Fehlauslösung der CO2-Löschanlage. Durch das Gas im Raum hätte natürlich eine Gefährdung für Feuerwehrkräfte bestanden, die ohne Atemschutz in den Keller gegangen wären. Durch den konsequenten Atemschutzeinsatz bei der unklaren Lage wurde jedoch eine Gefährdung der Einsatzkräfte ausgeschlossen.

Szenario 3

Alarmmeldung
Undichter Kesselwaggon bei Rangierarbeiten in Bahnhof

Lage bei Eintreffen der Feuerwehr:
Ein Kesselwaggon stand alleine auf einem Gleis. Auf der den Einsatzkräften zugewandten Seite des Waggons war ein Leck zu erkennen, aus dem Flüssigkeit austrat. Am Kesselwaggon war eine orangefarbene Warntafel mit der Gefahrnummer X886 und der Stoffnummer 1830 angebracht. Der Waggon stand etwa 100 - 150 Meter von den Einsatzkräften entfernt.

Maßnahmen:
Die Auswertung der Gefahrnummer ergab einen stark ätzenden, giftigen Stoff, der gefährlich mit Wasser reagiert. Aufgrund dessen und weil keine Personen in Gefahr waren, wurde natürlich auf einen Einsatz mit normaler Schutzkleidung und Atemschutz verzichtet. Es wurden umgehend zwei Trupps mit Chemischutzanzügen ausgerüstet und zum Einsatz bereitgestellt. In der Zwischenzeit wurde bereits die Absperrgrenze in kurzer Entfernung der Feuerwehrfahrzeuge gezogen sowie der Deko-Platz aufgebaut. Auch über den Stoff wurden nähere Informationen eingeholt. Es handelte sich um Schwefelsäure.

Der erste vorgehende CSA-Trupp bekam den Auftrag, eine von Zügen überfahrbare Plane unterzuziehen und die Lage näher zu erkunden. Dabei kam die oben genannte Plane erstmals zum Einsatz. Sie ist erst seit Kurzem bei der Feuerwehr Freilassing vorhanden. Nachdem die Plane mittels der dafür vorgesehenen Halteleinen am Waggon fixiert wurde, konnte ein nähere Erkundung des Lecks durchgeführt. Durch den CSA Trupp wurde ein Loch mit ca. 1 cm Durchmesser festgestellt und an den Gruppenführer gemeldet. Gleichzeitig wurde Abdichtmaterial angefordert, welches zusammen mit einem selbstaufrichtenden Auffangbehälter von einem zweiten Trupp unter CSA zum Schadensort gebracht wurde. Der Behälter wurde in die Plane gestellt um weiter austretenden Flüssigkeit noch besser auffangen zu können. Mit dem Dichtmaterial wurde das Leck am Waggon abgedichtet und ein weiteres Auslaufen des Gefahrguts verhindert.

Der Übungstag war ein voller Erfolg, sowohl für Atemschutz- und CSA-Träger, als auch für die beteiligten Führungskräfte. Durch die realistische Darstellung der Lagen, wurde bereits vorhandenes Wissen bzw. vorhandene Erfahrungen vertieft. Besonders im Bereich der Gefahrgutunfälle ist ein ordentliches und durchdachtes Arbeiten der Feuerwehr absolut wichtig, um Verletzungen der Mannschaft oder weitere Ausbreitung zu verhindern. An dieser Stelle gilt der Dank der Werkfeuerwehr Wacker Chemie Burghausen für den eindrucksvollen und lehrreichen Fortbildungstag.




Ausbildungsstätte: Werkfeuerwehr Wacker Chemie Burghausen
Kontakt:

Bericht erstellt von: Michael Brandl
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