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Übungsberichte

Rotterdam (NL), 30.08.2004

Fortbildung für Atemschutzausbilder 2004


Feuerwehr ist ausbildungsintensiv. Diese Tatsache wird vor allem im Bereich Atemschutz deutlich und gewann nicht zu letzt durch Unfälle in den vergangenen Jahren weiter an Bedeutung. Vom Vorsitzenden des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern, Gerhard Bullinger, wird jährlich eine Fortbildung für Atemschutzausbilder bei RISC in Rotterdam organisiert.

Vom 30.08.2004 bis 02.09.2004 führte diese Fortbildungsreise 13 oberbayerische Atemschutzausbilder nach Rotterdam. Darunter aus dem Landkreis Berchtesgadener Land Michael Brandl und Rochus Häuslmann von www.atemschutz.org.

Nachfolgend sollen die Eindrücke geschildert und Erfahrungen weitergegeben werden. Durch die lange Anreise (ca. 1000 km) waren der erste und letzte Tag gänzlich mit der Busfahrt belegt. Die beiden Tage dazwischen wurden im „Rotterdam International Safety Center“ kurz RISC verbracht, wo der Atemschutzeinsatz und vor allem die Brandbekämpfung intensiv trainiert werden konnte. Die beiden Tage wurden in vier Module (jeweils Vormittag und Nachmittag) aufgeteilt.

Im ersten Modul stand das Thema Flash-Over auf dem Ausbildungsplan. Nach einer etwa einstündigen Unterweisung durch den Instruktor (Ausbilder) Ad Moest von RISC zum oben genannten Thema erfolgte ein umfangreiche Übung im Flash-Over-Container. Das Beobachten und Beurteilen der Rauchschicht sowie das Erkennen von pulsierendem Rauchaustritt konnten hier in der Anfangsphase geübt werden. Mehrere Flash-Over stellten das gefährliche Phänomen eindrucksvoll dar. Besonders das Ansaugen der Frischluft, die zur Durchzündung der Rauchgase benötigt wird, konnte sehr eindrucksvoll erlebt werden. Um auch auf die Flash-Over-Gefahr reagieren zu könne, schloss sich eine Übungsmöglichkeit zur Rauchgaskühlung im Rahmen der Türöffnungsprozedur an. Mittels Hohlstrahlrohr wurde in die Rauchschicht des Brandraumes Wasser gegeben um ein Durchzünden des Brandrauchs zu verhindern.

Nach der Mittagspause kam man zu Modul zwei. Bereits auf dem Anmarschweg zum Übungsobjekt, einem mehrstöckigen Betongebäude, war Rauchaustritt aus dem Bauwerk zu erkennen. Der Einsatzauftrag durch den Instructor war relativ kurz. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass bei Hausnummer 37 Rauchentwicklung festzustellen ist und sich noch mehrere Personen im Gebäude befinden. Durch den Einsatzleiter wurde sofort ein Einsatz unter Atemschutz angeordnet. Die vorgehenden Trupps erkundeten vor der Tür und betraten anschließend mit einer Schlauchleitung das Gebäude. Nach kurzer Zeit wurden die ersten Brandherd gefunden und Personen aus der Wohnung gebracht. Durch die starke Rauch- und Hitzeentwicklung und weitere vermisste Personen, wurden weitere Atemschutztrupps ins Gebäude geschickt, zum Teil auch um die erschöpften Kameraden abzulösen. Nach einer knappen Stunde war die Übung beendet. In der anschließenden Übungsbesprechung wurden durch den Ausbilder aufgetretene Fehler schonungslos aufgedeckt.

Nach einer kurzen Erholungspause und dem Wechsel der Atemluftflaschen folgte ein weiteres Einsatzszenario. Wiederum am mehrstöckigen Betongebäude war nunmehr auf der anderen Seite Rauchentwicklung erkennbar. Auch hier wurde durch den Einsatzleiter sofort ein Trupp unter Atemschutz in das Brandobjekt geschickt um Personen zu retten und eine weitere Erkundung durchzuführen. Ein zweiter Trupp wurde zeitgleich bereitgestellt um dem ersten Trupp zu folgen und bei der Absuche des Gebäudes zu unterstützen. Innerhalb kurzer Zeit konnten sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss Brände festgestellt und Personen aufgefunden werden. Im Verlauf der Übung stellte sich heraus, dass aus der Übungswohnung ein Verbindungsgang zu einer Tiefgarage besteht. Weitere Trupps wurden unter Atemschutz in das Gebäude geschickt und konnten zur Tiefgarage vordringen. Auch hier befanden sich Brandherde, die eine enorme Hitze freisetzten und das Vordingen der Atemschutzgeräteträger erschwerten. Nach einer Kühlung der Rauchschicht und vorsichtigem Vorgehen konnte auch dieser Einsatz abgeschlossen werden.

Durch den massiven Atemschutzeinsatz waren die Teilnehmer mittlerweile körperlich an Ihren Grenzen angelangt. Angesichts der auch schon vorgeschrittenen Zeit wurde der Übungstag beendet und klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus.

Am folgenden Tag stand man bereits um 08:00 Uhr für das dritte Ausbildungsmodul bereit. Nach dem Ankleiden bewegte sich die Gruppe in Richtung einer Containerlandschaft. Die verschiedenen See-Container waren miteinander verbunden und stellen wiederum ein Wohngebäude dar. Übungsannahme war, wie sollte es auch anders sein, ein Brand. Im Bereich der Zugangstür des oberen Containers war wiederum leichter Rauchaustritt feststellbar. Der vorgehende Trupp erkundete das entsprechende Stockwerk gesichert mit einer Schlauchleitung. Die starke Verrauchung war von Hitzeentwicklung begleitet. Allerdings konnte in diesem Stockwerk kein Brandherd aufgefunden werden. Beim Abstieg in den darunter liegenden Container wurde eine Notfallsituation eingespielt. Ein Atemschutzgeräteträger war „verunglückt“ und musste von seinen Kollegen gerettet werden. An dieser Stelle wurde die Übung kurz unterbrochen und besprochen. Anschließend fand die Übung Ihre Fortsetzung an der Stelle, an der man vorher aufgehört hatte. Ein Trupp stieg über die Treppe in den unteren Container ab und konnte zwei Brandherde, Personen und Gefahrgut finden. In einem wiederum aufwendigen Atemschutzeinsatz wurden die Personen in Sicherheit gebracht und sämtliche Gefahren beseitigt. Eine weitere Übung in der Containeranlage schloss sich an.

Beim vierten Modul dieser Fortbildungsveranstaltung stand Industriebrandbekämpfung auf dem Programm. In einer nachgestellten Industrieanlage wurde zunächst langsam begonnen und ein Gasaustritt erzeugt. An einer Zündquelle entzündete sich das ausgetretene Gas. Für die Übungsteilnehmer galt es nun, die Handhabung von Hohlstrahlrohren zum Umleiten der Gaswolke sowie zum Retten von bedrohten Personen kennen zu lernen. Diese Übung war sehr interessant, haben doch die wenigsten Feuerwehrangehörigen in freiwilligen Feuerwehren Erfahrung mit Gasaustritten und Gasbränden. Umso mehr war man begeistert, wie doch mit einfachen Mittel Gefahren durch austretendes Gas beseitigt oder Brände unter Kontrolle gehalten werden können.

Einer kurzen Pause mit Übungsbesprechung folgte die Abschlussübung. In einem Industriegelände war ein Brand ausgebrochen. Durch die vorhandenen Stoffe wie Benzin und Gas kam es zu einer fast explosionsartigen Ausbreitung des Flammenmeeres. Für die oberbayerischen Feuerwehrkräfte galt es nun Riegelstellungen mittels Hohlstrahlrohren und Wasserwerfern aufzubauen um eine weitere Ausbreitung der Flammen auf andere Teile der Industrieanlage zu verhindern. Eindrucksvoll wurde den Kräften bei dieser Übung vor Augen geführt, wie schnell die personellen Reserven bei derart großen Schadenslagen erschöpft sein können. Nach einer kurzen Besprechung fand auch diese Übung und somit die Fortbildung der oberbayerischen Atemschutzausbilder in den Niederlanden ihr Ende.

Nun liegt die Verantwortung bei den Teilnehmern, die erlernten Techniken und Neuerungen in Ihren Feuerwehren und Landkreisen an andere Kameraden weiterzugeben, da leider in Deutschland diese umfangreichen Übungsmöglichkeiten nicht gegeben sind. Besonders die Möglichkeit echte Brände gefahrlos zu legen und somit auch die für den Atemschutzgeräteträger sehr belastende Rauch- und Hitzeentwicklung zu erzeugen ist in unseren Landen nicht möglich, wäre allerdings wünschenswert wenn nicht sogar dringend erforderlich.





Ausbildungsstätte: RISC
Kontakt: www.risc.nl

Bericht erstellt von: Michael Brandl
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